Montag, 23. Januar 2012

Bischof Dröge: Christlich-muslimischer-Dialog durch Demut

Dr. Markus Dröge betont, keiner könne schreckliche Taten durch eine Religion rechtfertigen.




Auf einer Veranstaltung zum Thema „Chancen und Voraussetzungen für einen christlich-muslimischen Dialog“ beschrieb Markus Dröge, ein Bischof der Evangelischen Kirchen, in Berlin, wie dieser möglich sein könne.

„Nach dem 11. September begann man den Islam als Bedrohung zu sehen“ erklärt Dr. Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin am Donnerstag. Der Tag sei „ein Zeichen für die Instrumentalisierung des Glaubens“ gewesen. Auf dem Diskussionsabend des Forums für interkulturellen Dialog betont er, genauso wie diese Tatsache die Muslime verletzt habe, seien auch die Christen erschüttert gewesen von den Rechtfertigungen des Attentäters von Norwegen.
Eine neue Annäherung und das Ablegen der Vorurteile sei nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich (Muslime glauben, auch dem Papst sei der Dialog mit anderen Religionen wichtig – mehr hier). Diese seien eine „strikte Unterscheidung von Staat und Religion“, die „Achtung der Menschenrechte“ und „Demokratie“.

Der Glaube könne den Menschen dabei unterstützen. Denn er lehre, dass der Mensch nicht „das Maß aller Dinge ist“. Mit diesem Gefühl der Demut müsse man auf andere Religionen zugehen und von ihnen lernen können. Wenn man diesen Grundsatz folgt, werde die Religion ganz sicher Frieden stiften, so Dröge abschließend.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Nicht das Buch über Gülen, sondern Verdacht auf Verbindung zu Ergenekon ist der Grund für Festnahme von Ahmet Sik und Nedim Sener

Die Türkei versucht die Entwicklungen, die Europa in einem halben Jahrtausend durchlaufen hat, in einigen Jahrzehnten zu schaffen. Dadurch, dass dies in einem sehr hohen Tempo vor sich geht, stößt man immer wieder auf Schwierigkeiten und ernsthafte Reibereien. Das alte Establishment versucht mit aller Macht gegen diese Reformen vorzugehen und scheut sich vor nichts. In diesem Zusammenhang entstand das Ergenekon-Netzwerk, welches nach der heutigen Beweislage als eine Terrororganisation bezeichnet werden kann. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die demokratische legitimierte AKP-Regierung zu stürzen. Der deutsche Botschafter in Ankara, Dr. Eckart Cuntz, teilte den Deutsch Türkischen Nachrichten bei einem Interview mit, dass die Türkei sich in einem Umbruch befinde, in der sich auch die traditionelle Rolle des Militärs verändere. In diesem Zusammenhang betonte er, dass er das Ergenekon-Verfahren als eine Möglichkeit sehe, das Vertrauen in die demokratischen Institutionen und die Rechtstaatlichkeit zu stärken. Das gilot auch für die Vorwürfe gegen Ilker Basbug.
Eu_trkeiDas Ergenekon-Netzwerk besteht vor allem aus Militärs, Medienvertretern und Journalisten sowie Bürokraten, die Putsche gegen die demokratisch gewählte AKP-Regierung geplant hatten. Verschiedene Chaos-Szenarien wurden in der Gesellschaft verbreitet und es wurde versucht, eine innenpolitische Destabilisierung herbeizuführen, um so die AKP-Regierung zu stürzen. Die Ermittlungen im Rahmen dieses Prozesses führten zuletzt zur Verhaftung der Journalisten Ahmet Sik und Nedim Sener. Ahmet Sik wird vorgeworfen, in das Ergenekon-Netzwerk involviert zu sein. Er hatte zuvor ein Manuskript für ein Buch abgeschlossen, in dem er behauptet, die Gülen-Bewegung würde die türkische Polizei unterwandern. Dieses Buch mit dem Namen „Die Armee des Imam“ sei der Grund für die Verhaftung. Weder Polizei noch Justiz bestätigen dies. Die Sonderstaatsanwaltschaft sucht mittlerweile fieberhaft nach Kopien des noch unveröffentlichten Buches. In der vergangenen Woche stürmten Polizisten den Sitz des Verlages der Radikal-Zeitung. Aufgrund dessen wurde in der Öffentlichkeit spekuliert, der türkische Gelehrte Fethullah Gülen würde hinter den Verhaftungen stecken. In einer Mitteilung durch seinen Anwalt bestritt Gülen dies: „Ich bin niemals gegen ein Buch vorgegangen. Ich habe nur meine Rechte innerhalb der Grenzen des Gesetzes verteidigt, in dem ich gerichtlich gegen Verleumdungen vorgegangen bin.“ Gülen erklärte weiter: „Im Zeitalter moderner Medien und des Internets ist es offensichtlich, dass es unmöglich ist, die Veröffentlichung eines Buches zu verhindern. Es ist außerdem klar, dass ein derartiger Versuch noch mehr Interesse an dem Buch weckt.“ Gülen unterstrich, dass das Thema vollständig der türkischen Justiz gehöre - sie solle darüber urteilen. "Die Presse- und Meinungsfreiheit sei der wichtigste Pfeiler einer funktionierenden Demokratie", fuhr Gülen fort.
Armee, Justiz und Bürokratie können der Veränderung in der Bevölkerung nicht mehr ausweichen und müssen sich ändern. Auch wenn es so scheint, dass der ideologische Kampf noch lange dauern wird, scheint einer neuen demokratischeren Türkei nichts im Wege zu stehen. Auch die deutschen Medien sollten diese Entwicklungen begreifen. Denn wenn es durch Ergenekon zu einem Putsch gekommen wäre, glaube ich nicht, dass irgendjemand in Deutschland eine putschorientierte Armee und ihre Regierung unterstützen würde.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Fethullah Gülen: “Gemäss unserem Charakter werden wir auch Schlechtes mit Gutem vergelten.”

Auf die Manipulation seiner Aussagen bezüglich des PKK-Terrors reagiert Fethullah Gülen besonnen. Gülen: “Gemäss unserem Charakter werden wir auch Schlechtes mit Gutem vergelten.”
Fethullah Gülen nahm in seiner jüngsten Internetbotschaft Stellung zur Manipulation seiner Aussagen zum Thema der terroristischen Aktivitäten der PKK in der Türkei. Gülen, der auf der webseite www.herkul.org auf Fragen antwortet und so Stellung zu aktuellen Themen nimmt, sprach in seinen jünsten Aussagen zum Thema des PKK-Terrorismus sowie über die Manipulation seiner Aussagen. Gülen wiess dabei darauf hin, dass seine Aeusserungen aus dem Zusammenhang gerissen und so manipuliert wurden und sagte, “Diejenigen, die auf Manipulation, Verstellung und Lügen aus sind, tun das gleiche wie damals, was während der Kasetten-Furien geschah.” Während des sogenannten weichen Putsches in der Türkei vor dem Jahr 1999 wurden in verschdienenen Medien in der Türkei Ausschnitte aus den Videokasetten Fethullah Gülen veröffentlicht und so seine vermeintlich geheimen Pläne aufzudecken versucht. Es wurde versucht, Fethullah Gülen als ein Feind der Republik und Demokratie erscheinen zu lassen. Dabei wurde so vorgegangen, dass die Aeusserungen Fethullah Gülen so geschnitten und zusammengesetzt, dass die aus dem Zusammenhang gerissen wurden. In seiner Stellungnahme unterstrich Fethullah Gülen jedoch, dass man aber auf diese Vorgehensweise nicht auf die gleiche Weise antworten werde. Er sagte, “Gemäss unserem Charakter werden wir auch Schlechtes mit Gutem vergelten.”

Fethullah Gülen äusserte sich an einer Stelle seines Gesprächs so: “Es ist eine sehr schwierige Aufgabe, die Menschheit in Richtung auf wahre Menschlichkeit zu lenken, seine Verbindung mit dem Gefühl von Recht und Gerechtigkeit zu gewährleisten. Auf diesem Weg ist es möglich, mit Beleidigungen konfrontiert zu werden. Denken wir an das Gegenwind im Juni. Manche Aufnahmen wurden vorne und hinten geschnitten und die Aussagen so aus dem Zusammenhang gerissen. Manche Kreise haben dann diese veröffentlicht und dabei sich auch nicht ein bischen geschämt. Mit bewusst irreführenden Kommantaren und Falsch-Interpretationen haben sie versucht, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Es handelte sich dabei um eine Verschwörung und um eine Art Lynchjustiz. Sie wollten damit die mühsam errichteten Brücken des Dialaogs abreissen. Und auch heute machen manche Kreise, die auf die auf Manipulation, Verstellung und Lügen aus sind, genau das gleiche. Sie schneiden die Gespräche vorne und hinten, reissen dabei die Aussagen aus dem Zusammenhang, verbreiten das und versuchen, eine Missstimmung zu erzeugen. “ Fethullah Gülen sagte weiterhin: “Aber ihr müsst auf dem Weg, das ihr für richtig erachtet, unbeirrt weiterlaufen und unter Berücksichtigung der Umweltfaktoren zur Aufrichting des Rechts beitragen. Denn, ohne die Aufrichtung eines Rechts auf der Erde, das von der Menschheit als gerecht akzeptiert wird, sieht die Zukunft der Menschheit bei Vorhandensein so tödlicher Waffen nicht gut aus.” (ik)