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Mittwoch, 22. August 2012

„Spiegel“-Reporter bedroht bei Recherche zwei muslimische Frauen


Ein Redakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ hat bei einer Recherche offenbar massiven Druck auf zwei Angestellte in einer von Muslimen betriebenen Nachhilfe-Einrichtung ausgeübt. Beide Frauen berichten, dass sie sich bedroht gefühlt haben. Die Chronologie einer unzulässigen Recherche.

Der Hintergrund

Die Gülen-Bewegung ist umstritten: Kritiker werfen ihr vor, sie verfolge eine versteckte, islamische Agenda. Vor allem in der türkischen Innenpolitik sind Anhänger der Bewegung in zahlreiche Scharmützel mit Kemalisten verwickelt. Unstrittig ist dagegen selbst bei den schärfsten Kritikern, dass zahllose Gülen-Anhänger – vor allem Frauen – weltweit wertvolle ehrenamtliche Sozialarbeit in Schulen und Bildungseinrichtungen leisten (hier). Auch in Deutschland betreibt die Bewegung seit Jahren zahlreiche Schul- und Nachhilfezentren. Es hat nie einen islamistischen Zwischenfall gegeben. Der Verfassungsschutz hat auf parlamentarische Anfragen der Partei Die Linke festgestellt, dass keine der Gülen-Einrichtungen unter Beobachtung stehe, weil die Sozial- und Bildungsarbeit im Einklang mit allen in Deutschland geltenden Rechtsvorschriften abläuft.

Montag, 23. Januar 2012

Bischof Dröge: Christlich-muslimischer-Dialog durch Demut

Dr. Markus Dröge betont, keiner könne schreckliche Taten durch eine Religion rechtfertigen.




Auf einer Veranstaltung zum Thema „Chancen und Voraussetzungen für einen christlich-muslimischen Dialog“ beschrieb Markus Dröge, ein Bischof der Evangelischen Kirchen, in Berlin, wie dieser möglich sein könne.

„Nach dem 11. September begann man den Islam als Bedrohung zu sehen“ erklärt Dr. Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin am Donnerstag. Der Tag sei „ein Zeichen für die Instrumentalisierung des Glaubens“ gewesen. Auf dem Diskussionsabend des Forums für interkulturellen Dialog betont er, genauso wie diese Tatsache die Muslime verletzt habe, seien auch die Christen erschüttert gewesen von den Rechtfertigungen des Attentäters von Norwegen.
Eine neue Annäherung und das Ablegen der Vorurteile sei nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich (Muslime glauben, auch dem Papst sei der Dialog mit anderen Religionen wichtig – mehr hier). Diese seien eine „strikte Unterscheidung von Staat und Religion“, die „Achtung der Menschenrechte“ und „Demokratie“.

Der Glaube könne den Menschen dabei unterstützen. Denn er lehre, dass der Mensch nicht „das Maß aller Dinge ist“. Mit diesem Gefühl der Demut müsse man auf andere Religionen zugehen und von ihnen lernen können. Wenn man diesen Grundsatz folgt, werde die Religion ganz sicher Frieden stiften, so Dröge abschließend.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Brandanschlag auf israelische Moschee: Religion als Waffe?

Die Angreifer steckten das muslimische Gotteshaus in Tuba Sangria in Nordgaliläa in Brand. Die Außenwände der Moschee wurden mit den hebräischen Worten “Vergeltung” und “Palmer” beschmiert. Palmer ist der Name eines jüdischen Siedlers, der Ende September mit seinem Sohn im Westjordanland ermordet worden war.

Erneut erschüttert ein Anschlag die Menschheit. Diesmal stecken aber nicht radikale Islamisten dahinter. Den Angaben zufolge sind es diesmal radikale jüdische Siedler. Auch in den vergangenen Monaten kam es zu Fällen, bei denen muslimische Friedhöfe und auch Moscheen verwüstet wurden. Auch wenn ranghohe Politiker den Anschlag verurteilten, kam es zu heftigen Straßenschlachten zwischen arabischen Israelis und der Polizei. Israels Präsident Schimon Peres besuchte gemeinsam mit jüdischen, muslimischen und christlichen Geistlichen den Anschlagsort.