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Dienstag, 10. Januar 2012

Fethullah Gülen verstehen

Eine Veranstaltungsreihe über die gesellschaftlichen und religiösen Positionen Fethullah Gülens

Kein Thema wird Europa in den kommenden Jahrzehnten so sehr prägen wie der Umgang mit dem Islam. Keine Bevölkerungsgruppe wächst so schnell wie die der Muslime. Längst ist der Islam in Europa angekommen. Auch Fethullah Gülens Lehren sind in Europa angekommen.

Fethullah Gülen ist ein muslimischer Prediger, der die Muslime dazu aufruft , sich sozial zu engagieren. Überall in Europa berufen sich Menschen auf ihn. Sie engagieren sich im Bildungsbereich, in dem sie Schulen und Nachhilfezentren gründen. Mit zahlreichen Dialogvereinen bemühen sie sich um Integration und Dialog. Eine große Tageszeitung sowie Fernsehsender und Zeitschrift en fühlen sich den Werten verbunden, die Gülen unterstreicht. Die Vielzahl der Institutionen, die von den Ehrenamtlichen der Hizmet-Bewegung gegründet wurden, stößt auch in Deutschland auf großes Interesse. Kritiker hingegen werfen der Bewegung vor, eine unterschwellige islamistische Agenda zu vertreten. Wer ist Fethullah Gülen und was beabsichtigt die sogenannte Hizmet-Bewegung? Was ist sein Dialogverständnis? Wieso setzen sich die Freiwilligen der Bewegung im Bildungs- und im Medienbereich ein? Welche Vorstelllung der Rolle der Frau hat Fethullah Gülen? Mit unserer Reihe über Fethullah Gülen möchten wir als Freiwillige der Bewegung gesellschaftliche und religiöse Positionen Fethullah Gülens zur Diskussion stellen.

Sie sind herzlich eingeladen, mit uns zu diskutieren.

Die Termine:

Dienstag, 07. Februar 2012, 19.00 Uhr
Vom Dorfprediger zum globalen Intellektuellen
Eine Biographie Fethullah Gülens aus gesellschaftspolitischer Perspektive
Referent:
Ercan Karakoyun
Vorsitzender des Forums für Interkulturellen Dialog Berlin e.V.

Dienstag, 28. Februar 2012, 19.00 Uhr
Integration durch bessere Bildung
Das Bildungsverständnis von Einrichtungen, die der Bewegung nahestehen
Referent:
Muammer Akin
Geschäftsführer BIL-Privatschulen in Stuttgart

Dienstag, 06. März 2012, 19.00 Uhr
Bildung und Erziehung durch Medien
Gülens medienphilosophische Ansätze
Referent:
Süleyman Bag
Hauptstadtkorrespondent der türkischen Tageszeitung ZAMAN

Dienstag, 17. April 2012, 19.00 Uhr
„Lernt Karate, Taekwondo und Judo und schlagt zurück“
Die Rolle der Frau in Gülens Lehren
Referentin:
Berrin Ileri
Stellv. Vorsitzende des Forums für Interkulturellen Dialog Berlin e.V.

Donnerstag, 03. Mai 2012, 19.00 Uhr
Fethullah Gülen im historisch-islamischen Kontext
Gülen zwischen Tradition und Moderne
Referent:
Kadir Sanci
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forums für Interkulturellen Dialog Berlin e.V.

Mittwoch, 23. Mai 2012, 19.00 Uhr
Dialog und Toleranz für eine bessere Welt
Das Dialogverständnis Gülens
Referent:
Eyüp Besir
Vorsitzender des Forums für Interkulturellen Dialog Frankfurt e.V.

Dienstag, 6. Dezember 2011

„Die Linke“ nimmt Terror der PKK in Schutz und verfälscht Gülen Video

Berlin, 06. Dezember 2011 - Am 23. November 2011 haben einige Bundestags-, Landtags- und Parteimitglieder der Partei „Die Linke“ eine Pressemitteilung mit dem Titel „Graue Eminenz der AKP Fethullah Gülen ruft zur Vernichtung der KurdInnen auf“ veröffentlicht. Diese enthält verdrehte und falsche Inhalte. Da das Forum für interkulturellen Dialog (FID e.V.) namentlich erwähnt wird und Herr Fethullah Gülen der Ehrenvorsitzende des FID e.V. ist, fühlen wir uns verpflichtet, Stellung zu diesen Denunziationen zu beziehen.

Ein Teil der Ansprache von Fethullah Gülen mit deutschem Untertitel

Die Pressemitteilung einiger Parteimitglieder von „Die Linke“ bezieht sich auf eine 45-minütige Ansprache von Fethullah Gülen. In dieser ruft er die Menschen zu Einigkeit, Brüderlichkeit und Gewaltlosigkeit auf. In der genannten Pressemitteilung wird der folgende Satz zitiert: „Lokalisiert sie, umzingelt sie (...) zerschlagt ihre Einheiten, lasst Feuer auf ihre Häuser regnen, überzieht ihr Klagegeschrei mit noch mehr Wehgeschrei, schneidet ihnen die Wurzeln ab und macht ihrer Sache ein Ende!“ Dieser Satz ist aus dem Kontext gerissen und wird von den Parteimitgliedern fehlinterpretiert, da sie ihn auf die KurdInnen beziehen. Allerdings spricht Fethullah Gülen von der PKK, einer kurdischen Terrororganisation mit Ursprung in der Türkei, die Anschläge auf zivile Ziele verübt. Wenn die Parteimitglieder dies verurteilen, so müssten sie auch das Vorgehen von Staatsoberhäuptern anklagen, die zum Kampf gegen das Terrornetzwerk al-Qaida aufrufen. Die PKK ist verantwortlich für den Tod von mehr als 45.000 Menschen und für das Leid von Millionen. Eben diese Terrororganisation wird von den Parteimitgliedern in ihrer Pressemitteilung als „fortschrittlich“ bezeichnet. Die Inschutznahme der PKK, zu der in der Pressemitteilung aufgerufen wird, und das aggressive Vorgehen gegen Menschen, die sich für den Frieden in der Gesellschaft verpflichtet fühlen, fördert die Intoleranz zwischen den Menschen in unserer Gesellschaft.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung von der Partei „Die Linke“: „Die kurdische Frage kann nur auf friedlichem und demokratischem Weg gelöst werden. Dazu bedarf es allerdings eine Politik der Verständigung und des Dialogs.“ Wer sich die besagte Ansprache von Fethullah Gülen ansieht, wird schnell feststellen, dass er genau dazu aufruft und nicht, wie die Parteimitglieder behaupten, zu Massenmord. Laut Gülen ist das Terrorproblem in der Türkei nicht durch Gewalt, sondern nur durch Bildung sowie eine gesamtgesellschaftliche brüderliche Akzeptanz zu lösen: „Mit Ausnahme der (..) ,Terroristen‘ müssen die restlichen 95 % der Menschen in dem Gebiet barmherzig, behutsam umarmt und mit ihnen liebevoll umgegangen werden.“

Wir möchten die Mitglieder der Partei „Die Linke“ mit dieser Stellungnahme dazu auffordern, die Öffentlichkeit nicht weiter mit falschen Informationen in die Irre zu führen.

Ercan Karakoyun

Freitag, 21. Oktober 2011

Gülen-Bewegung ist kein Beobachtungsobjekt der Verfassungsschutzbehörden

Die Bundesregierung hat in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage über die Gülen-Bewegung die religiöse und weltanschauliche Neutralität des Staates unterstrichen. "Eine Bewertung religiöser Akteure, die nicht Beobachtungsobjekt der Verfassungsschutzbehörden sind, fällt aus Gründen der religiösen und weltanschaulichen Neutralität des Staates nicht in die Zuständigkeiten der Bundesregierug" hieß es in der Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE.

In der vom Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche unterschriebener Antwort wurden ferner die Vorwürfe der Unterwanderung der gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen in der Türkei durch die Gülen Bewegung als Spekulationen bewertet. Die Bundesregierung zeigte als Quelle dieser Spekulationen vor allem die türkische Medien und Buchveröffentlichungen gegen die Gülen-Bewegung. "Belastbare Erkenntnisse hierzu liegen der Bundesregierung nicht vor", erklärte die Bundesregierung. Auch der Vorwurf der Unterwanderung der staatlichen Strukturen in Deutschland wurde mit derselben Antwort vereitelt.

Auffallend bei der Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE war, dass die Bundesregierung für viele Fragen über die Aktivitäten der Gülen Bewegung in Deutschland dieselbe Antwort hatte. Diese Vorwurfcharakter tragende und auf die Unfähigkeit der Bundesregierung gegenüber einer vermeintlichen Bedrohung hinweisende Fragen zur Anzahl der Anhänger der Gülen-Bewegung, ihrer Schulen, Wirtschaftsunternehmen und deutschsprachigen Medien hatten folgende Antwort zur Verfügung: "Kenntnisse der Bundesregierung über das Gülen-Netzwerk und dessen Aktivitäten in Deutschland speisen sich aus öffentlich zugängigen Quellen wie allgemeinen wissenschaftlichen Studien, Medienberichten und Konferenzen. Darüber hinaus gehende eigene Daten bzw Informationen liegen nicht vor."

Weitere Vorwurfcharakter aufweisende angstschürende Fragen, ob die Bundesregierung Kontakte und Kooperationen mit der Gülen-Bewegung oder ihr nahestehenden Vereinigungen in der Türkei und in Deutchland Kontakte habe und diese finanziell unterstütze, wurden durch die Erklärung der Bundesregierung vereitelt.Die Bundesregierung erklärte, die deutsche Botschaft in Ankara stehe im Rahmen ihrer Beziehungen zur türkischen Zivilgesellschaft auch in Kontakt mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, die der Fethullah-Gülen-Bewegung nahestehen, wie zum Beispiel "Journalist and Writers Foundation. In Deutchland sei das Auswärtige Amt im Bereich des Dialogs zwischen den Kulturen in gelegentlichem Kontakt mit dem der Gülen-Bewegung nahestehenden "Forum für interkulturellen Dialog e.V. Eine direkte Kooperation oder Projektförderung gäbe es bislang nicht. Dem Auswärtigen Amt sind keine Fälle bekannt, in denen Organisationen, Projekte, Veranstaltungen oder Vereinigungen in der Türkei, die sich mit der Gülen-Bewegung identifizieren, mit Bundesmitteln gefördert wurden." so die Antwort der Bundesregierung. Auch die Träger in Deutschland, die Fethullah Gülen nahe stehen sollen, bekommen weder von Programmen zur Extremismusprävention noch zur Förderung des interreligiösen Dialogs eine Unterstützung. Es könne jedoch allgemein nicht ausgeschlossen werden, dass im Rahmen der Integrastionsförderung vereinzelt Träger gefördert werden, bei denen eine Nähe zum Gülen Netzwerk angenommen werden kann.

Der Kontakt der Gülen Bewegung zu türkischen Rechtsextremisten, zu Milli Görüs und US-amerikanischem Geheimdienst gehörte auch zu den Fragen der Fraktion DIE LINKE. Auch für diese Fragen, die in den linksradikalen Kreisen der Türkei als die ersten Vorwürfe kursieren, liegt der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. Auch wenn die Bundesregierung die Anfrage der Fraktion DIE LINKE nicht ernst genommen zu haben scheint, ist Ulla Jelpke (DIE LINKE) jedoch weiterhin davon überzeugt, dass die "pro-westliche Gülen-Gemeinde" neoliberale Ausrichtung habe und daher der beste Sachwalter für die Profitinteressen des deutschen Kapitals in der Türkei sei.

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